Winfried Hagenhoff

Unternehmensverkauf zur Generationen-Nachfolge – trotz Corona?

Viele, vor allem kleinere KMU bzw. Familienunternehmen, stehen vor der Herausforderung, rechtzeitig die Weichen für eine Nachfolge in der Unternehmensführung zu stellen. Oft findet sich im unmittelbaren Umfeld der Inhaber eine geeignete Lösung – aber eben doch in einem wachsenden Anteil von Unternehmen eben nicht.

Gerade in den letzten zwei Jahren sehen viele Unternehmer die Auswirkungen der Pandemie in ihren Bilanzen – und stellen sich damit die Frage, ob sie eine Nachfolgeregelung bzw. einen Verkauf nicht besser hinausschieben sollten.

So hat Corona bei etwa 70% der knapp 80 IHKs in Deutschland zu einem Rückgang der Beratungen zum Thema Nachfolge geführt, 50% der IHKs rechnen mit einem Rückgang der Unternehmensnachfolgen in ihrer Region (IHK-Magazin München Oberbayern, 12/2021). Besonders Transaktionen in Verbindung mit einer familienfremden Nachfolge gingen nahe gegen Null, natürlich vor allem in Zeiten des Lockdowns (BayBG, gleiche Quelle). Seit Frühsommer 2021 zieht die Zahl der Deals wieder an, bei hinsichtlich der Finanzierung günstigen Rahmenbedingungen.

In der für jetzt anstehende Transaktionen vorzunehmenden Due Diligence zur Unternehmensbewertung kommt es daher für Verkäufer wie Käufer neben den üblichen Finanz-, Legal-, IT- und Operations-Checks derzeit besonders auf die Isolation des „Coronaeffektes“ an, ein kleiner Auszug ergänzender Due Diligence Fragen findet sich als PDF hier.

In vielen Fällen wird es sinnvoll sein, vor einer Veräußerung die Stabilisierung der Märkte abzuwarten und – so erforderlich – auf einen hinreichend attraktiven Wachstumspfad bei Umsatz und Ergebnis zurückzukommen, notwendige Restrukturierungen und Investitionen eingeschlossen, so man diese realistisch bewältigen kann und so einen erwarteten Aufschwung ergebnis- und bewertungsseitig „mitzunehmen“.

Nachfolgeregelungen werden dadurch aber tendenziell dringlicher, und in vielen Fällen gibt es sehr gute Gründe, nicht zuzuwarten. Wer sich entscheidet, sein Unternehmen jetzt zu veräußern, muss bereit sein, durch

  • ein großes Maß an Transparenz
  • sorgfältige und alle Stakeholder zum richtigen Zeitpunkt berücksichtigende offene Kommunikation
  • Bereitschaft weiterhin Mitverantwortung für den Unternehmenserfolg zu tragen (Earn Outs, Beiratsfunktionen, Minority Shares)

besonderes Vertrauen auf der Käuferseite zu schaffen und dieses bei Key Playern im Unternehmen oder ggf. der ganzen Belegschaft zu festigen.

Hohe Anforderungen also für Familienunternehmer. Und ein guter Grund, Rat und personelle Unterstützung zu suchen - durch die Berater der örtlichen IHKs ebenso wie dann meist intensiver im Vorfeld wie in der Phase der Verhandlungen mit Interessenten durch branchenerfahrene Beiräte oder externe Berater. Auch die Käuferseite wünscht häufig, dass ein vorhandener mit dem Unternehmen vertrauter Beirat auch nach der Transaktion noch eine Zeit an Bord bleibt und im Falle einer Einbindung in eine Firmengruppe auch die Integration begleitet.

Unter den AAA Advisors werden Sie etliche Kollegen finden, die Sie hier projektbezogen oder auch dauerhaft als Beirat begleiten können – schauen Sie sich doch mal unsere Beraterprofile hier an.

 

 

Bildquelle: unsplash / cytonn photography

Über die/den Autoren/in
Winfried Hagenhoff

Winfried – früher bei Lufthansa und Geschäftsführer bei TNS und WPP’s Kantar -, ist ein erfahrener Senior Executive Advisor. Er berät seit 1989 Top Manager zu innovativen Produkten und Dienstleistungen, kreativ und auf empirischer Basis, immer mit dem Ziel, Daten in Wert zu setzen in neuen Strategien für Marken und beste Kundenerfahrungen. Besonders reizen ihn Tech-getriebene Innovationen in Mobilität (Auto, Tourismus, Transport, Sharing), Kommunikation, Gesundheitswesen, Öffentliche Dienste und Infrastruktur, sowie Produktion.

Neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer bei der Infraquest GmbH unterstützt er seit zwei Jahren Tech-Start-Ups und – pro bono – soziale Institutionen.


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